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Arbeitsweise des KIT-München

Die Betroffenen, die wir betreuen, sind Menschen, für die in ihrer Krisensituation niemand Zeit hat. Eine frühzeitig einsetzende, kontinuierliche Betreuung ist besonders wichtig. Durch die unaufdringliche Anwesenheit des KIT-Mitarbeiters entsteht eine Beziehung zum traumatisierten, trauernden Menschen. Dieser macht die Erfahrung, dass sprachlos machende Trauer, massive Eindrücke und zunächst unerträgliches Leid von anderen Menschen ausgehalten werden kann.

Besonders in dieser ersten Phase der Betreuung liegt der Akzent weniger auf der Gesprächsführung als in einer engagierten Präsenz des Mitarbeiters. Das Ziel der Betreuung liegt darin, dass der traumatisierte und trauernde Betroffene seine Handlungsfähigkeit wiedergewinnt und er bei der ersten Bewältigung seiner Eindrücke und der emotionalen Stabilisierung unterstützt wird. Weiter ist es uns ein Anliegen, unmittelbar zur Verfügung stehende Ressourcen gemeinsam mit ihm zu erschließen und für ihn nutzbar zu machen. In den Situationen, bei denen der Bedarf einer professionellen therapeutischen Intervention absehbar wird, arbeitet KIT-München eng mit psychosozialen Einrichtungen und Selbsthilfegruppen zusammen, an die Betroffene gegebenenfalls verwiesen werden.

Die Betreuung durch KIT-München dauert im Allgemeinen ein bis zwei Stunden. Dieser Zeitraum hat sich als ausreichend erwiesen, um in einer ersten Krisenintervention im Rahmen der präklinischen Notfallmedizin die psychisch traumatisierten Menschen in der Situation deutlich zu stützen. Dieser Zeitraum ist aber nicht verbindlich und kann in Ausnahmefällen ausgedehnt werden. Eine KIT-Schicht dauert 12 Stunden. In dieser Zeit ist der diensthabende KIT-Mitarbeiter ständig für die Leitstelle des Rettungsdienstes über einen Funkalarmmelder erreichbar. Er verfügt über ein Einsatzfahrzeug. Die beiden Mercedes-Einsatzfahrzeuge bieten, durch die spezielle Bestuhlung, Angebot an Getränken und abgedunkelte Scheiben, die Möglichkeit im Fahrzeug zu betreuen. Dies ist u.a. bei Verkehrsunfällen, Geschehnissen in der Öffentlichkeit oder bei polizeilichen Ermittlungen in sehr kleinen Wohnungen die durch die polizeiliche Arbeit blockiert sind wichtig. Es ist jederzeit möglich, in schwierigen Situationen oder bei Paralleleinsätzen den 2. Dienst des KIT und über die 24 Stunden besetzte Zentrale des ASB zusätzliche KIT-Mitarbeiter zu alarmieren. In der Regel warten Einsatzkräfte vor Ort das Eintreffen des KIT-Mitarbeiters ab. Dadurch werden eine geordnete Übergabe und eine orientierende Einweisung möglich.

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Publiziert am: Donnerstag, 05. April 2007 (9095 mal gelesen)
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